Bedeutung im Anbau
Empfehlungen

Empfehlungen

Zweifellos haben die guten Sorten des Triticale - nach sorgfältiger züchterischer Auslese - viele gute Eigenschaften von den Eltern geerbt, so unter anderem die natürliche geringe Krankheitsanfälligkeit der Populationssorten des Roggens. In den Anfangsjahren war die Blatt- und Ährengesundheit - insbesondere bei der ersten großen Sorte LASKO - wirklich frappierend. Doch bereits damals wurde in Exaktversuchen festgestellt, daß eine vorsorgliche späte Blatt- bzw. frühe Ährenbehandlung mit einem geeigneten Fungizid deutliche Ertragsverbesserungen zur Folge hatte.

Mit der weiteren Verbreitung des Triticale haben sich verschiedene Pathogene herausgebildet, die die ursprünglichen Resistenzen bzw. Toleranzen gebrochen haben. Für die Züchter war das eine neue Herausforderung, jedoch nicht überraschend, - leben sie doch auch bei anderen Arten - wie z.B. dem Weizen - in einem ständigen Kampf gegen Schadorganismen, die auch die gesundesten Sorten angreifen und deren Resistenzen zu brechen versuchen.

Deshalb sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch der Triticale laufend auf eventuellen Befall von Schadorganismen zu kontrollieren ist und im intensiven Anbau bereits vorsorglich geschützt werden sollte. Hierzu sei auf die Empfehlungen fachkundiger Berater verwiesen.




Fusarium

Dem Triticale wird gelegentlich nachgesagt, daß er anfälliger für Ährenfusarium als andere Getreidearten sei. Hierzu ist zunächst folgendes festzustellen:

Der Triticale wird vielfach als abbauende Getreideart nach Weizen gesät. Das hat seine Berechtigung; denn im Vergleich zu Folgeweizen bringt der Triticale bei geringerem Aufwand einen vergleichbaren oder sogar höheren Ertrag, ist also wirtschaftlicher. Und hier ist - in der Regel in Unkenntnis - in der Vergangenheit oft der Fehler gemacht worden, für eine sorgfältige Verrottung der Stoppelrückstände zu sorgen.

Auch wird Triticale aus Gründen der Fruchtfolge vielfach nach Mais angebaut, und zwar prozentual gesehen viel mehr als Weizen. Der Mais wird - wie Schweizer Forscher herausgefunden haben - von bis zu 16 verschiedenen Arten von Fusarien befallen. Deshalb ist bei Vorfrucht Mais noch viel stärker auf die sorgfältige Verrottung der Rückstände zu achten.

Aus den Erfahrungen hat man gelernt, und es sei auf folgendes hingewiesen.

Untersuchungen belegen, daß Fusarium graminearum maßgeblich für die DON-Belastungen verantwortlich ist. Ausgehend von alten Mais- und Getreideresten am Erdboden können die Pilze mit Hilfe ihrer Sporen Weizen und Triticale befallen. Die Gefährdung durch Ährenfusariosen hängt in hohem Maße von den folgenden ackerbaulichen Faktoren ab:

> Fruchtfolge nach Mais und Weizen,
> pfluglose Bestellung nach Mais und auch nach Weizen,
> ungenügende Verrottung der Stoppelrückstände der Vorfrucht,
> vorsorgliche Fungizidanwendungen bei Vorfrucht Mais und Weizen,
> Wahl von geeigneten Sorten, die sich als weniger anfällig erwiesen haben (Siehe
unten).

Da Triticale prozentual gerechnet viel häufiger Mais und Weizen als Vorfrucht hat als jede andere Getreideart, ist nicht verwunderlich, daß der Triticale auch prozentual häufiger von Ährenfusarium befallen wurde. Für den Weizen wurden Strategien entwickelt, die entsprechend auch für den Triticale angewandt werden können.

Fusariumbelastung im Getreide hat keine negativen Auswirkungen auf die Erzeugung von Biogas

Versuche haben ergeben, daß selbst mit Fusarium hochbelastetes Getreide (das bezieht sich auch, aber nicht nur auf Triticale) ohne Probleme zu Biogas verarbeitet werden kann und im Gärrest kein Deoxynivalenol (DON) nachgewiesen werden konnte. Sollte also - trotz sorgfältigen Vorsorgemaßnahmen im Anbau - das Erntegut zu hoch mit Fusarium belastet sein, gibt es eine sinnvolle Möglichkeit, die Ware zu verwerten und zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Quelle: SMUL Sachsen




Auswuchs

In ungünstigen Jahren kann es witterungsbedingt - wie auch bei Roggen und Weizen (ja sogar auch bei Gerste, wie die Ernte 2009 gezeigt hat) - zu Auswuchs kommen. Dabei wird im Korn Stärke in Zucker umgewandelt. Für die Verfütterung an Schweine bedeutet dies keine wesentliche Veränderung im Futterwert; da die Gefahr von Pilzbefall besteht, sollte in der Schweinmast nicht mehr als 30 % Auswuchsgetreide - bezogen auf die gesamte Getreidemenge - und kein Auswuchsgetreide an Sauen und Jungtiere verfüttert werden. Gleichermaßen sollte Auswuchsgetreide nur begrenzt an Wiederkäuer verfüttert werden. Weitere Infos finden Sie auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Hannover.

Auswuchs ist auch ein wichtiges Thema bei der Neuzüchtung. Zunächst sei festgestellt, daß die neueren Sorten gut bis sehr gut standfest sind, wodurch die Gefahr von Lager als Ursache von Auswuchs und Pilzkrankheiten deutlich verringert wurde. Zudem weisen einige der neueren Sorten Verbesserungen in der Auswuchsneigung auf. Das Sortenamt in Polen prüft alle Sorten standardmäßig auf Auswuchsfestigkeit und Fallzahl und veröffentlicht die Ergebnisse. Ein guter Dienst für den Verbraucher.


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