Erträge in Deutschland
Landessortenversuche

Erträge

Aus gutem Grund hat Wolski - siehe Geschichte - sich der Züchtung von Triticale zugewandt. Damals wurde in Polen wegen der vielen leichten Böden mehr Roggen angebaut, als für die menschliche Ernährung benötigt wurde. Der größte Teil des erzeugten Roggens mußte verfüttert werden, wozu er weniger geeignet ist. So sollte

Triticale die bessere Alternative zu Roggen

werden.

Ähnlich ist heute die Marktlage in Deutschland: Von den alljährlich erzeugten gut 2,5 Mio t Roggen wird weniger als 1 Mio t für die Herstellung von Brot benötigt. Der Rest wird - wenn er nicht im eigenen Betrieb veredelt wird - zwar von der Mischfutterindustrie oder den Ethanolfabriken aufgenommen, aber nur dann, wenn die Preise im Vergleich zu anderen Getreidearten (auch Triticale) niedriger sind. Das Überangebot an Roggen drückt auch die Preise für Brotroggen - abgesehen von den seltenen Jahren, wenn Mahlroggen aufgrund ungünstigen Erntewetters knapp ist.

So ist der Anbau von Roggen eigentlich nur in den Gegenden interessant, in denen guter Roggen von den Mühlen gefragt ist und die Böden keine Alternativen für den Roggenanbau zulassen.

Triticale hat sich inzwischen am Markt etabliert. Vielfach wird davon ausgegangen, daß der Roggen auf den "eigentlichen Roggenstandorten" anbausicherer ist - jedoch stimmt das nur bedingt: Unter den neuen Triticalesorten gibt es jetzt auch solche, die Trockenperioden und Dürre gut überstehen. Dies trifft besonders für die in Polen gezüchteten Sorten zu. Sie eignen sich gleichermaßen wie Roggen zum Anbau auf den typischen Roggenstandorten. Exakte Vergleiche finden Sie unter Landessortenversuche .

Triticale nimmt mit ca. 350.000 ha Anbaufläche in Deutschland nach Weizen, Gerste und Roggen den 4. Platz unter den Getreidearten ein, nicht zuletzt aufgrund seiner stabilen Erträge, die im Durchschnitt der vergangenen Jahre rund 15 % höher lagen als die von Roggen, in den letzten 5 Jahren sogar um 21,4 %! Siehe Erträge in Deutschland .

Selbst auf Weizen-Standorten wird der Triticale gern als abbauendes Getreide angebaut, weil er als Folgefrucht nach Weizen auf vielen Standorten mit weniger Aufwand einen besseren Deckungsbeitrag ermöglicht als Weizen nach Weizen.

Kein Wunder, daß sich die Getreidezüchter verstärkt der Züchtung von Triticale zuwenden: Der Triticale steht noch ganz am Anfang seiner Karriere, und hat eine vielversprechende Zukunft .


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