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Nordrhein-Westfalen

Ernte 2019

Der Versuchsbericht ist leider nicht sehr aussagefähig. Die Ergebnisse der Anbaustufe 1, die für die anspruchslose und doch ertragreiche Art Triticale von großer Bedeutung ist, kann man nur erraten, indem man sie aus der pauschalen Angabe "Mehrertrag durch Pflanzenschutz" hochrechnet - das läßt Rückschlüsse auf die einzelnen Standorte leider nicht zu.

Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß die Prüfstandorte durchweg keine Triticale-Standorte sind. Triticale ist die Art, die ihre Anbaubedeutung auf leichten bis mittleren Böden hat und dort ihre Stärken zeigt.

In den Ertragsergebnissen sticht deshalb auch die Sorte Ramdam heraus, eine Sorte für beste Böden, wobei gewisse Bedenken wegen der Winterfestigkeit und eventuellen Auswuchsgefahr angebracht sind.

Die Erträge waren hoch bis sehr hoch, mit Ausnahme der Sorte Ramdam waren die Hybridroggensorten überlegen.

Die Gegenüberstellung finden Sie durch einen Klick auf ertragsvergleich-nrw-2019.xlsx [14 KB] , den Bericht unter https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/getreide/index.htm

Interessiertenten Landwirten empfehle ich, sich die sehr schön ausführlichen Ergebnisse des Nachbarlands anzusehen durch einen Klick auf: Niedersachsen


Ernte 2020


In den Ergebnissen der Landessortenversuche 2020 wiederholt sich das alte Spiel: Nur die Ergebnisse der Intensivstufe we3rden veröffentlicht und danach Empfehlungen ausgesprochen, die die anfälligen und nur durch intensiven Chemieeinsatz ertragreichen Sorten bevorzugen. Das sind irreführende Empfehlungen! Bitte lesen Sie die nachstehenden Ausführungen in meinem ursprünglichen Leserbrief an das Wochenblatt: triticale.-die-gesundheit-zaehlt.pdf [419 KB]


Die Gesundheit zählt!

Erinnern wir uns: Mehr als 100 Jahre lang hatten viele Getreidezüchter den Traum, die Gesundheit und Anspruchslosigkeit des Roggens mit der Ertragskraft und der Kornqualität des Weizens in einer Pflanze zu verbinden. Der Traum ging vor gut 35 Jahren in Erfüllung, als Tadeusz Wolski die erste anbauwürdige Sorte auf den Markt brachte: LASKO überzeugte vor allem durch gesunde Blätter und Ähren, niedrige Anbaukosten, zufriedenstellende Erträge und die gute Futterqualität.

Wenn die Autoren im Wochenblatt schreiben, "Wunschsorte wäre eine ertragreiche, ertragssichere, winterharte, standfeste und durchgängig gesunde Sorte", so sei ihnen versichert: Solche Triticalesorten gibt es auch heute - nur leider muß man sie suchen!

Man findet sie nicht in dem Bericht, der nur die Ergebnisse der fungiziden Anbaustufe enthält, in der die anfälligen Sorten zu Höchsterträgen getrieben werden und die gesunden - ähnlich wie beim Doping im Sport - auf der Strecke bleiben. Da ist die nebenbei gemachte Bemerkung, daß die unbehandelte Stufe Sortengesundheit und Standfestigkeit prüft, nur ein schwacher Trost: Es fehlen die Ergebnisse. Man muß schon alle Tabellen auf der Internetseite der Kammer durcharbeiten und umrechnen, was ein Mehrertrag von 8 oder aber 20 dt/ha wirklich bedeutet - so groß sind die Unterschiede zwischen den Sorten! Warum werden die Erträge der unbehandelten Stufe nicht ebenfalls veröffentlicht? Sie liegen doch vor!

Aufschlußreich ist ein Blick über die Grenze nach Niedersachsen. Die Versuchsberichte sind ergänzt um das wichtigste, nämlich die kostenbereinigten Erlöse. Besuchen Sie die Seite Niedersachsen

1. Die höchste Intensität bringt nicht immer den höchsten Erlös.
2. Triticale ist im Kornertrag und im kostenbereinigten Erlös dem Hybridroggen ebenbürtig.

Der ausführliche Bericht zur Ernte 2020 der LWK Niedersachsen ist in der 2. Septemberhälfte zu erwarten - etwas spät für die Planung der diesjährigen Aussaat. Vielleicht sind die genannten Zahlen dennoch für die Praktiker hilfreich.

>>> Widersprechen möchte ich der Aussage, daß der Fungizideinsatz bei Triticale Pflicht ist; denn es gibt sie immer noch und immer wieder neu: Die gesunden, anspruchslosten und ertragreichen Triticalesorten!

Da meine Landwirtschaftskammer mir bisher die erbetenen Daten über ihre Landessortenversuche nicht mitgeteilt hat, habe ich die Zahlen selbst errechnet (Nach den verschlüsselten Angaben kein leichtes Unterfangen). Dabei habe ich festgestellt:

1. Viele Sorten bringen nur mit hohem Fungizideinsatz hohe Erträge.
2. Der hohe Fungizideinsatz ist in den meisten Fällen nicht wirtschaftlich.
3. Die gesunden Triticalesorten sind die besten.

Die Ergebnisse habe ich auf 2 Seiten zusammengefaßt, nämlich

1. die von dem Bericht übernommenen Zahlen,
2. den von mir errechneten Vergleich der Erträge der einzelnen Sorten auf den einzelnen Standorten

siehe: tiw.2020.nrw.einzelertraege..xlsx [22 KB]

und daraus - unter Berücksichtigung der Kosten der intensiven Behandlungsstufe (hier aufgrund den von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen genannten Kosten für die eingesetzten Mittel zuzüglich Ausbringungskosten im Jahr 2019 - in Höhe von etwa 11 dt/ha - den entscheidenden Vergleich gebildet,

siehe: tiw.2020.nrw.erloese.xlsx [16 KB]

Hieraus ergeben sich die folgenden Schlußfolgerungen:

1. Nur an 2 von 6 Standorten waen die Fungizidmaßnahmen rentabel
2. An 4 von 6 Standorten waren die Fungizidmaßnahmen nicht entabel oder sogar höchst unrentabel
3. Im Duchschnitt waren die Fungizidmaßnahmen bestenfalls grenzwertig

und hier die für viele wahrscheinlich größte Überraschung:

>>> Die führenden Sorten im umweltfreundlichen Anbau von Triticale sind ganz und gar nicht die führenden Sorten im Intensivanbau
>>> Die Rentabilität beim Anbau von Triticale ist in den gesunden Sorten begründet
>>> Die in der heutigen Zeit viel beschworene Nachhaltigkeit gibt es in den gesunden Triticalesorten!

und leider als bittere Konsequenz: Die Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bezug auf die Empfehlung, "Ein intensives Fungizidprogramm ist Pflicht" ist irreführend und falsch!