Startseite
Neu
Die Vorzüglichkeit des Triticale
Wert
Märkte und Preise
Nutzen
Neue Sorten
Erträge
Anbau
Wissen
Geschichte
    DANKO Pflanzenzucht
    Tadeusz Wolski
Zukunft
Erntedank
Literatur
Kontakt
Impressum
Sitemap

Geschichte

Aller Anfang ist schwer


1875 erstmalig berichtet der schottische Botaniker A. Stephen Wilson über eine gelungene Bestäubung von Weizen mit Roggenpollen. Es gelang ihm, ganze zwei Pflanzen heranzuziehen, die allerdings steril waren, so daß eine weitere Vermehrung nicht möglich war.

1883 gelang es dem Amerikaner Elbert S. Carmann, eine echte Hybridpflanze aus der Kreuzung von Weizen und Roggen großzuziehen.

1888 glückte dem berühmten deutschen Pflanzenzüchter Wilhelm Rimpau die Kreuzung von Weizen mit Roggen. Eins der vier Samenkörner, die er ernten konnte, war fruchtbar. Der Aufwuchs daraus erbrachte 12 keimfähige Samenkörner, und es gelang Rimpau, diese weiter zu vermehren, jedoch ohne wirtschaftlichen Erfolg.

1921 beobachtete G. K. Meister in Rußland spontane Bestäubungen von Weizenpflanzen mit Roggenpollen aus benachbarten Parzellen im Zuchtfeld.

1937 wird in Frankreich die Colchicintechnik zur Verdoppelung der Chromosomen entwickelt, die seitdem in vielen Kulturen angewendet wurde und mit deren Hilfe sich der Triticalezüchtung ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

1968 wird in Ungarn die erste erfolgversprechende Triticalesorte (BOKOLO) zugelassen, die letztendlich aber nicht die erhofften Erträge brachte. Im gleichen Jahr legt Tadeusz Wolski ein eigenes Zuchtprogramm für Triticale auf, und damit den Grundstein für den Erfolg des Triticale in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt.

Dies ist ein kurzer Abriß über die Vorgeschichte. Ausführliche Berichte finden Sie unter Literatur



Nach oben

Die Idee


Tadeusz Wolski hatte sich bereits in jungen Jahren als Getreidezüchter einen Namen gemacht. Nach 1945 hatte er zusammen mit seiner Mutter Maria Wolska das im 2. Weltkrieg über ganz Polen verteilte Zuchtmaterial des traditionsreichen Pflanzenzuchtunternehmens seines Großvaters A. Janasz gesammelt und neue, sehr ertragreiche und gesunde Weizen- und Roggensorten gezüchtet, z.B. die Roggensorte "DANKO", die auch in Deutschland sehr erfolgreich war.

In Polen treten in der Vegetationszeit oft Trockenperioden auf, häufiger und meist heftiger als in Deutschland. Ein großer Teil des geernteten Roggens wurde in der Tierfütterung eingesetzt, insbesondere in der Schweinemast. Da Roggen aufgrund seiner Inhaltsstoffe jedoch nur in begrenztem Umfang mit Erfolg verfüttert werden kann, legte Wolski 1968 ein zusätzliches Zuchtprogramm für Triticale auf mit den Zielen

1. das Ertragspotential des Weizens mit der Gesundheit und Anspruchslosigkeit des
Roggens in einer Pflanze zu vereinen,

2. ein Getreide für Trockenstandorte zu entwickeln, das gleichzeitig den höheren Eiweißgehalt und die bessere Futterqualität des Weizens besitzt.



Nach oben


Tadeusz Wolski im Triticale-Feld 



Nach oben

Das Meisterstück


Trotz vieler wertvoller Vorarbeiten seiner Kollegen in aller Welt galt es das Problem zu lösen, zwei verschiedene Arten zu kreuzen und daraus eine neue, fruchtbare und stabile Art zu schaffen. So erzeugte er zunächst unterschiedliche

Primäre Triticale, das sind einfache Kreuzungen aus
1. Weichweizen und Roggen
2. Hartweizen und Roggen

und kreuzte diese beiden sehr unterschiedlichen primären Triticale wiederum miteinander und schuf auf diese Weise

Sekundäre Triticale.

Das war ein höchst mühevoller Weg; denn eine Unzahl von Kreuzungen war nötig, bis sich die ersten Erfolge einstellten. Des weiteren schuf er sogenannte

Substitutionstriticale

indem er primäre Triticale wiederum mit Weichweizen kreuzte, eine sehr erfolgreiche Methode, die Kornerträge des Triticale zu erhöhen. Ferner wurden auch sekundäre Triticale mit Substitutionstriticalen gekreuzt. Die Vielseitigkeit der von Wolski entwickelten Zuchtmethoden ermöglichen eine außerordentliche Vielfalt in der Neuzüchtung von Triticale, und zwar nicht nur der Pflanzen als solche, sondern auch deren Inhaltsstoffe, was für die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten des Triticale von unabschätzbarem Vorteil ist.

Heute werden diese Zuchtmethoden von den meisten Triticalezüchtern in aller Welt angewandt.



Nach oben

Neue Ideen


Mit dem Erreichten war Wolski noch lange nicht zufrieden. Im Jahr 1982 legte er ein zweites Programm auf mit dem Ziel, kurzstrohige, besonders standfeste Triticalesorten zu züchten, die sich auch für den intensiven Anbau auf weizenfähigen Böden eignen. Er setzte sehr kurzstrohige, sogenannte Zwergsorten des Roggens aus den östlichen Nachbarländern ein, die als besonders robust und anspruchslos gelten. Die Sorten dieser neuen Generation werden seit einigen Jahren mit großem Erfolg in vielen Ländern angebaut.

In Anerkennung seiner außerordentlichen Erfolge zum Nutzen der Landwirtschaft in Polen - die Anbaufläche beträgt dort seit mehreren Jahren weit über 1 Mio. ha pro Jahr - und weltweit (die Sorten werden in vielen Ländern der Erde angebaut) wurden Wolski viele Ehrungen zuteil und der Titel eines Ehrenprofessors zugesprochen.


 

Prof. Dr. Tadeusz Wolski



Nach oben

Mehr über die Züchtung erfahren Sie unter Wissen auf der Seite Züchtung .


Weiter: DANKO Pflanzenzucht



Nach oben