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Zuchtziele

Im Jahre 1982 - in dem Jahr, als er seine erste Triticalesorte LASKO für die Saatgutproduktion freigab, mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in der Entwicklung eigener Triticalesorten - präzisierte Wolski die folgenden Zuchtziele, über deren heutigen Stand hier berichtet wird:


Ertrag und Anpassungsfähigkeit

Für den Ackerbauern ist der Kornertrag - nicht nur auf den ersten Blick, sondern vor allem unter dem Strich - die wichtigste Eigenschaft; denn hoher Ertrag lohnt hohen Aufwand und verbessert die Rentabilität. So ist die Pflanzenzüchtung ständig bestrebt, immer ertragreichere Sorten bereitzustellen.

Der Kornertrag von Triticale ist mit Einführung neuer Sorten ständig gestiegen und hat inzwischen ein erfreulich hohes Niveau erreicht, besonders auch auf solchen Standorten, die von den Klima- und Bodenvoraussetzung benachteiligt sind. Näheres erfahren Sie unter dem Kapitel Anbau

Im Gegensatz zum Weizen mit seiner relativ geringeren ökologischen Streubreite besitzt der Triticale eine hohe Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Boden- und Klimabedingungen. So ist es nicht verwunderlich, daß die guten Triticalesorten in vielen Ländern Europas, ja teilweise sogar weltweit, mit großem Erfolg angebaut wurden und werden.


Standfestigkeit

Die erste wirklich erfolgreiche Triticalesorte - LASKO - war noch ziemlich lang und hatte eine Schwäche in der Anfälligkeit für Lager. Auf die Verbesserung dieser Eigenschaft wurde in der Neuzüchtung großer Wert gelegt, und die Erfolge können sich sehen lassen: Die aktuellen Sorten sind in der Regel wesentlich kürzer und von hervorragender Standfestigkeit.


Winterfestigkeit

Als Folge der Einkreuzung von hexaploidem Hartweizen, der nur als Sommerform zur Verfügung steht, war die Winterfestigkeit der ersten Sorten nicht voll zufriedenstellend. Insbesondere in den östlichen Gebieten, aber auch in anderen frostgefährdeten Lagen, konnte es zu Auswinterungsschäden kommen. In den weiteren Jahren wurde in der Neuzüchtung strikt auf die Verbesserung dieser Eigenschaft geachtet. Dank rigoroser Auslese - in Klimakammern ebenso wie an ausgesetzten Stellen an frostgefährdeten Orten - sind die meisten der heutigen Sorten ausreichend bis sehr winterhart.


Auswuchsfestigkeit

In ungünstigen Jahren kann eine gewisse Anfälligkeit für Auswuchs auch der aktuellen Triticalesorten beobachtet werden, wobei allerdings darauf hingewiesen sei, daß in solchen Jahren meist auch Roggen und Weizen in ähnlicher Weise betroffen sind. Da Triticale in erster Linie in der Tierfütterung eingesetzt wird und Auswuchs in beschränktem Maße nicht zu Verlusten des Futterwerts führt, sollte dieses Problem nicht überbewertet werden. Über die Fütterungseigenschaften auch in ausgewachsenem Triticale informiert Nutzen

In der Züchtung wird intensiv daran gearbeitet, die Auswuchsfestigkeit zu verbessern. Die Arbeit ist aufwendig, zeitraubend und äußerst mühevoll; es bestehen jedoch Aussichten, daß in absehbarer Zeit verbesserte Sorten auf den Markt kommen werden.


 

Resistenzen gegen Krankheiten

Die Sorte LASKO, die Anfang der 80-er Jahre die Erfolgsgeschichte des Triticale in Deutschland einleitete, begeisterte die Praktiker durch ihr gesundes Blattwerk mit einem herrlich frischen Grün. Probleme mit Krankheiten gab es keine - und das war sensationell im Getreidebau!

Nachdem der Triticale eine größere Verbreitung gefunden hat, die Sorten auch viel ertragreicher geworden sind und damit verbunden der Aufwand an Nährstoffen gestiegen ist, haben sich nach einer Reihe von Jahren auch Krankheiten eingestellt. Die bedeutendsten sind Mehltau, Braunrost, Blattseptoria, Spelzenbräune und gelegentlich Gelbrost.

In der Resistenzzüchtung gegen die wichtigen Krankheiten konnten höchst erfreuliche Erfolge verbucht werden: Die neueren Sorten weisen in der Regel gute bis sehr gute Resistenzen auf, insbesondere gegen Mehltau und Braunrost. Dennoch sollten die Bestände laufend beobachtet werden: Selbst die beste Resistenz kann von neu sich entwickelnden Pathogenen durchbrochen werden. Abhilfe kann das Wechseln zu einer neueren Sorte schaffen, die mit neuen Resistenzen ausgestattet ist; denn unermüdlich arbeiten die Züchter an der Verbesserung ihres Materials.


 

Mehltau auf einem Triticale-Blatt


Aluminium-Toleranz

Auf sauren Böden wird von den Pflanzen Aluminium aufgenommen; bei anfälligen Pflanzen führt dies zu erheblichen Ertragsausfällen. Eine gute Aluminiumtoleranz, wie sie beispielsweise im allgemeinen der Roggen besitzt, ist deshalb von Vorteil. Triticale gilt nach dem Roggen als die für Aluminium toleranteste Getreideart.

Diese Eigenschaft hat der Triticale offensichtlich vom Roggen geerbt. Allerdings gibt es dank guter züchterischer Auslese sortenbedingte Unterschiede, die zwar nicht vom Bundessortenamt geprüft, aber beispielsweise in der polnischen Sortenliste beschrieben werden. Es empfiehlt sich, bei der Sortenwahl für die Aussaat von Triticale auf sauren Böden auf diese Eigenschaft zu achten.


Kornqualität

Wesentliche Qualitätsmerkmale bei Triticale sind:

> Schüttgewicht. In Normalen Erntejahren sollte das HL-Gewicht wenigstens 70 kg
betragen. Niedrigere Werte deuten auf schlechte Kornausbildung und schlechte
Kornstruktur hin.

> Proteingehalt. Da Triticale in erster Linie ein Futtergetreide ist, spielt der Protein-
gehalt eine übergeordnete Rolle. Gute Triticalesorten erreichen den Proteingehalt von
guten Backweizensorten, übertreffen also die Futterweizensorten.

> Stärkegehalt. Wichtig für die Tierfütterung ebenso wie für die Erzeugung von Ethanol.

> Fallzahl. Diese kann ein Indikator für bessere Auswuchsfestigkeit sein.


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